Loslassen ist eines der schwierigsten, aber auch wichtigsten Themen im Leben. Viele Menschen spüren intuitiv, dass sie loslassen lernen sollten, wissen aber nicht, wie sie diesen Schritt gehen können. Ob es um Beziehungen, Erwartungen, alte Verletzungen oder Lebensphasen geht – loslassen betrifft uns alle. Und doch fällt loslassen oft schwer, weil wir an Dingen festhalten, die uns Sicherheit geben, auch wenn sie uns längst nicht mehr guttun.
Was bedeutet Loslassen wirklich?
Bedeutet loslassen, dass wir vergessen, verdrängen oder gutheissen müssen, was passiert ist? Nein. Loslassen bedeutet, innerlich Frieden zu schließen mit dem, was vergangen ist. Loslassen heißt, die Energie nicht länger an etwas zu binden, das wir nicht mehr ändern können. Oft ist loslassen besonders schwerfällt, wenn negative Erfahrungen oder eine tiefe Kränkung im Spiel sind oder der Verlust eines geliebten menschen verarbeitet werden muss.
Viele Menschen haben ähnliche Erfahrungen gemacht: Sie halten fest, obwohl die momentane Situation uns körperlich belastet, die Situation uns körperlich und seelisch auslaugt und langfristig körperlich und seelisch schadet. Genau hier zeigt sich, dass dass loslassen kein Zeichen von Schwäche ist, sondern eine notwendige form der Anpassung an ein Ereignis oder eine Situation, die wir nicht kontrollieren können. Manchmal geht es um Älterwerden oder ein Unfall, manchmal um die Nichterfüllung eines Zieles oder eine Anpassung an ein Ereignis, das unser Leben verändert hat.
Warum Loslassen so schwer ist
Beim Prozess des Loslassens erleben wir häufig negativen Emotionen, ängste und Befürchtungen und das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Viele fragen sich, was passiert beim loslassen – und genau diese Unsicherheit daran hindert, den nächsten Schritt zu gehen. Manche reagieren mit Rückzug, andere versuchen sich kleinmachen oder zu Suchtmitteln greifen, um den Schmerz nicht zu spüren. Nicht selten entstehen daraus sogar eine Schlafstörung oder anhaltende innere Unruhe.
Loslassen ist ein Prozess, der Zeit braucht. Man kann nicht einfach so loslassen, nur weil andere sagen, dass man es sollte. Vor allem beim loslassen von Erwartungen oder von einem geliebten menschen braucht es Mitgefühl mit sich selbst. Loslassen von alten Mustern bedeutet nicht, sie zu verleugnen, sondern sie bewusst zu erkennen und dann den Blick vorn zu richten – oder, anders gesagt, nach vorne zu richten.
Wie Du Loslassen lernen kannst
Damit loslassen gelingt, ist es hilfreich, die eigenen Gedanken und Gefühle ernst zu nehmen. In der kognitiven Verhaltenstherapie wird therapeutisch genau daran gearbeitet: Gefühle wahrnehmen, Gedanken hinterfragen und neue Perspektiven entwickeln. Das Ziel ist nicht, Schmerz auszulöschen, sondern den inneren Ballast Stück für Stück abzulegen.
Ein wichtiger Schritt ist das suchen nach einer Lösung: Kannst du die Situation zu verändern, oder musst loslassen, weil sie außerhalb deines Einflusses liegt? Genau hier liegt die Entscheidung. Loslassen kannst du dann, wenn du akzeptierst, dass dass wir abschied nehmen manchmal der einzige Weg ist, um wieder frei zu atmen.
Loslassen als Weg zu einem erfüllten Leben
Viele berichten, dass sie sich nach dem endlich loslassen ruhiger, klarer und erfüllt fühlen. Ein erfülltes leben entsteht nicht dadurch, dass alles perfekt ist, sondern dadurch, dass wir lernen, mit Unvollkommenheit zu leben. Wer loslassen zu lernen beginnt, merkt oft erst später, wie befreiend dieser Schritt war.
Am Ende gilt: Loslassen möchtest du nicht, um etwas zu verlieren, sondern um Platz für Neues zu schaffen. Loslassens bedeutet Wachstum. Wenn du loslassen kannst, entsteht Raum für ein erfülltes leben, in dem du deine Energie wieder auf dich selbst richtest – ruhig, bewusst und mit mehr innerer Freiheit.
Hinterlasse einen Kommentar