Der Spielfilm „Fifty Shades of Grey“ basiert auf dem im Original gleichnamigen ersten Teil der Roman-Trilogie Shades of Grey von E. L. James. Bereits vor dem Start des Kinofilm war klar, dass durch den Buchabsatz von 100 Millionen Exemplaren und Übersetzungen in 52 Sprachen in unserer Gesellschaft  eine gewisse Ent-Tabuisierung stattfindet.

Spätestens seit dem Start des Kinofilms – der alle Rekorde schlug, haben die Themen „BDSM“, das für „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“ steht, und der Gebrauch von Liebesspielzeug wie Handschellen, Liebeskugeln und Peitschen nun auch Menschen erreicht, die sich bisher in diesen Themen eher wenig bis gar nicht auskannten, geschweige denn „ausgelebt“ hätten.

Der Film und das Thema an sich polarisiert – das ist durchaus gewollt und immer mehr bekennen sich nun dazu, schon mal mit dem Gedanken gespielt zu haben, auch so eine „besondere“ Liebesbeziehung haben zu wollen, wenngleich die wenigstens sich auch wirklich eine Dom-/Sub-Beziehung auf Dauer vorstellen könnten – es reizt anscheinend mehr das temporäre Eintauchen in diese Welt der Unterwerfung bzw. Dominanz.

Beim Online-Dating hat „Shades of Grey“ natürlich ähnliche Spuren hinterlassen: Das Ausleben von Phantasien und die Bekanntgabe von Wünschen kann alleine schon durch den kleinen Hinweis bei „Lieblingsbüchern“ und „Lieblingskinofilmen“ gegeben sein – zumindest hat man beim Dating sofort ein gemeinsames Thema – zugegeben schlüpfrig, aber sicherlich besser, als von den Vorlieben und Neigungen des vermeintlich neuen Partners erst zu erfahren wenn bereits Gefühle im Spiel sind – denn genau dies kann der Unterschied zum Roman sein, denn hier kommt Anastasia erst später hinter das dunkle Geheimnis von Christian, in dem Sex und Leidenschaft sowie Fesseln und Peitschen eine große Rolle spielen.

Das erste Date wird sicherlich „anders“ und „prickelnder“ wenn die Frau offen über ihre Wünsche und Neigungen spricht, gerade beim Kennenlernen online. Ob sie dann beim ersten Date immer Liebeskugeln tragen sollte, kann zwar auch der Ratgeber „Die Liebeskugel Anwendung“ nicht gänzlich klären, da natürlich ein Unterschied zwischen einem Hollywood-Blockbuster und dem „richtigen Leben“ gegeben ist, oder vielleicht doch nicht – denn es gehört eigentlich „nur“ ein bisschen Mut dazu, seine Wünsche auch wirklich ausleben zu wollen – und dies gelingt nun mal am besten mit einem Partner der gleiche Interessen und Neigungen hat…