Das moderne Theater hat längst seinen eingestaubten Ruf abgelegt und das Publikum besteht längst nicht mehr aus rüstigen Rentnern, die mit ihrer Zeit nichts Besseres anzufangen wissen. Theaterstücke sind heutzutage aufwändig inszeniert, an Alt und Jung (Achtung: Alterfreigabe für Gefährten: ab 10 Jahre!) gerichtet und innovativ.
Zwar gibt es noch das klassische Theater, welches die alten Schinken immer wieder neu aufwärmt und präsentiert, dich wird es nach und nach vom modernen Theater abgelöst.
Eines der besten Beispiele dafür ist das seit dem Oktober 2013 im Berliner Theater des Westens aufgeführte Stück „Gefährten“.
Gefährten ist das Theater-Ereignis des Jahrzehnts, dies konnte man schon im Vorfeld in der Presse lesen, denn das Spektakel erzählt die Geschichte von Albert, dem englischen Sohn eines Bauers, der eine innige Freundschaft zu Joey, seinem Pferd, führt.
Er hat es selbst aufgezogen und Joey ist stets sein treuer Begleiter gewesen, um den er sich rührend gekümmert hat. Als jedoch der Schrecken des Ersten Weltkrieges England erreicht, verkauft Alberts Vater das Pferd an das Militär. Joey muss an die Front und die beiden Freunde werden getrennt.
Trotz seines noch jungen Alters entschließt sich Albert auf die Suche nach seinem Gefährten zu gehen und stürzt sich in ein ungewöhnliches Abenteuer, welches ihn Kopf und Kragen kosten kann.
Das besondere an diesen Theater ist nicht nur die sehr rührende Geschichte und das toll inszenierte Bühnenspiel, sondern dass es sich bei allen Pferde um nahezu lebensechte Pferdepuppen handelt.
Bereits im Jahre 2011 erhielt die Urfassung des Theaterstücks gleich sechsfach den New Yorker Tony Award, die begehrteste Auszeichnung der Theaterbranche.
Drei Menschen die Joey, ähnlich einer Puppe steuern, verleihen ihm Leben und lassen ihn auf der Bühne galoppieren, kämpfen und schnaufen. Die Pferdeattrappen wurden aus Leder, Metall und Bambus hergestellt und sehen durch ihre authentischen Bewegungen und Handlungen so echt aus, dass der Zuschauer schon bald vergisst, dass es sich hier um eine Theateraufführung handelt.
Die Geschichte der beiden Freunde ist herzzerreißend und definitiv einen Ausflug wert – vielleicht liegen ja an Weihnachten die Karten für “ Gefährten“ unterm Weihnachtsbaum ;-).
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gefaehrten-berlin.de
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